"Dirt-Bike-Anlage" auf dem Stöppel in Bad Berleburg
Spektakuläre Sprünge machen den Dirt-Bike-Sport aus.
Bad Berleburg. Der Unterschied zum klassischen Mountain-Bike liege auf der Hand, erklärt David Janaszek im Gespräch mit der Siegener Zeitung: "Das ganze Zubehör fehlt, es gibt keine Schaltung und nur eine Bremse. Unsere Räder sind deutlich leichter." Der 15-Jährige ist wie sein Kumpel Sebastian Vits (16) Dirt-Bike-Fahrer.
Jugendliche nahmen das ehrgeizige Projekt selbst in die Hand.
Seit gestern Nachmittag können beide ihren spektakulären Sport auch vor der Haustür ausüben. Denn mit dem Pre-Opening fiel der Startschuss für die Dirt-Bike-Anlage auf dem Stöppel. Ein ehrgeiziges Projekt, an dessen Verwirklichung David Janaszek und Sebastian Vits gemeinsam mit weiteren Jugendlichen aus der Kernstadt und umliegenden Ortschaften großen Anteil haben.
Denn das Interesse für eine Dirt-Bike-Anlage in der Odebornstadt besteht schon deutlich länger. Konkret wurde die Idee im Rahmen der Heimatdialoge zum Regionale-Projekt "Meine Heimat 2020". Die Stadt stellte ein 140 x 20 Meter großes Gelände zur Verfügung, die Jugendlichen konzipierten die Lines - Strecken - mit einer sehr guten Skizze. Unterstützt wurden sie vom Jugendförderverein, dem Arfelder Tiefbauunternehmen Jüngst und der Bad Berleburger Garten- und Landschaftsbaufirma Achinger, die Erde heran schafften und mit Maschineneinsatz die Modellierung des Geländes vorbereiteten. Der Rest war dann harte Handarbeit. "Die Feinarbeit haben wir mit Hacke und Schaufel erledigt", verrät Sebastian Vits.
Geländemodellierung
ist längst noch nicht
abgeschlossen.
Der Aufwand hat sich zweifelsohne gelohnt. Entstanden sind drei Lines mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden für Anfänger und Fortgeschrittene. Die Anlage ist für alle Dirt-Biker und BMX-Fahrer offen. Das Gelände kann jederzeit neu modelliert und umgestaltet werden, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Bad Berleburgs Stadtjugendpflegerin Katharina Benner-Lückel freut sich mit den Jugendlichen, "die die Sache selbst und mit großem Elan in die Hand genommen haben". Aus dem Rathaus sei die notwendige Unterstützung geleistet worden. Nach dem gestrigen Pre-Opening sei für das Frühjahr eine offizielle Eröffnung geplant. Dann würden selbstverständlich alle Sponsoren und Unterstützer eingeladen, "eine schöne Party mit Musik soll es auf jeden Fall werden".
David Janaszek, der wie viele andere Jugendliche auch bisher den Bike-Park in Winterberg genutzt hat, freut sich auf die Jumps (Sprünge) am Bad Berleburger Stöppel. Die Fahrt nach Winterberg sei stets mit hohem Aufwand und enormen Kosten verbunden, "und seit diesem Jahr muss man auch noch Eintritt zahlen". Das sei auf dem Stöppel nicht der Fall. Und er verspricht: "Wir werden hier noch einiges nachlegen. Was man jetzt hier sieht, soll noch nicht alles gewesen sein." Die SZ-Frage, ob denn das Dirt-Bike-Fahren auf dem Weg zum Trendsport sei, beantwortet der 15-Jährige so: "Trendsport weiß ich nicht, aber es ist ein waghalsiger Sport."
"Adrenalin ist ein Faktor"
Die besondere Faszination hat Sebastian Vits darin ausgemacht, dass man sich bei den Sprüngen absolut frei fühle: "Adrenalin ist ein ganz wesentlicher Faktor."
Von Martin Völkel

Siegener Zeitung (10.10.2011)
Bildquelle: SZ-Fotos (3) von Martin Völkel (vö)



